Jürgen Rudolph rückt mit einem Schüler die Schachfiguren strategisch übers Brett. (Foto: Ulrike Gierth) Jürgen Rudolph rückt mit einem Schüler die Schachfiguren strategisch übers Brett. (Foto: Ulrike Gierth)

Als 15 Schü­le­rin­nen und Schü­ler den Senio­ren­treff Süd betre­ten, schwingt Freu­de gepaart mit einem mehr­fa­chen fröh­li­chen „Hal­lo“ durch den Raum. Teil­wei­se wird ein freund­schaft­li­cher Faust­gruß mit den dor­ti­gen Senio­rin­nen und Senio­ren durch­ge­führt und gefragt: „Na, wie geht’s?“. Es ist Frei­tag, kurz nach 9 Uhr, und Kin­der der ers­ten bis vier­ten Klas­se der Frei­en Regen­bo­gen­schu­le Leip­zig neh­men am offe­nen Treff für Jung & Alt unter dem Mot­to „Jun­ge Hüp­fer tref­fen alte Hasen“ teil. Heu­te fin­det der drit­te Ter­min statt.

Die Idee zum Treff ist im Rah­men des „FREI DAY“ in der Frei­en Regen­bo­gen­schu­le ent­stan­den. FREI DAY heißt, frei­tags ist Pro­jekt­tag, den die Schü­le­rin­nen und Schü­ler selbst­stän­dig aus­ge­stal­ten kön­nen. Ihr Wunsch war es, älte­re Men­schen zu tref­fen. Über die Leh­rer­schaft ent­stand der Kon­takt zum Senio­ren­bü­ro Süd.

Hei­te­re Stim­mung und spon­ta­ne Aktivitäten
Noch beim Ankom­men fragt Jas­min den Seni­or Wil­fried Walt­her, ob er „wie­der die­ses Klips-Spiel mit­hat“. Der ant­wor­tet lächelnd: „Die Flö­he habe ich mit.“ Dar­auf­hin fragt ein Mit­schü­ler: „Wer hat Flö­he?“. Das Geläch­ter ist groß, die Stim­mung hei­ter. Nach einer kur­zen Begrü­ßungs­run­de am gro­ßen Tisch, for­men sich schnell drei Grup­pen. Eine Hand­voll Kin­der spielt mit Wil­fried Walt­her das Geschick­lich­keits­spiel „Floh­hüp­fen“. Drei Kin­der schnit­zen mit Sung-Ai Kim aus Äpfeln deko­ra­ti­ve Figu­ren und fünf Kin­der schlie­ßen sich Jür­gen Rudolph und dem Schach­spiel an.

Sung-Ai Kim zeigt, wie aus Äpfeln hübsche Figuren entstehen. (Foto: Ulrike Gierth)

„Wenn die Schü­le­rin­nen und Schü­ler bei uns sind, ent­steht eine schö­ne Dyna­mik“, erzählt Julia Koslow­ski, Lei­te­rin des Senio­ren­bü­ros Süd. „Die gemein­sa­men Akti­vi­tä­ten erge­ben sich spon­tan, nach Lust und Lau­ne der Kin­der. Heu­te wer­den eben Äpfel geschnitzt und Flö­he hüp­fen. Letz­tes Mal haben sie viel gesun­gen, Kla­vier gespielt und Ser­vi­et­ten gefaltet.“

Die Tref­fen sind ein Muss
Nina und Jas­min haben für heu­te ein klei­nes Kon­zert vor­be­rei­tet. Als die bei­den Mäd­chen auf der Gitar­re und am Kla­vier los­le­gen, hören alle ande­ren mit ihren Tätig­kei­ten auf. Sie lau­schen und spen­den viel Bei­fall nach dem Auf­tritt. „Für die Kin­der ist das Tref­fen ein Mehr­ge­winn. Sie freu­en sich sehr dar­auf. Und auch für mich ist es ein wirk­lich schö­ner Ter­min“, sagt der beglei­ten­de Leh­rer Ste­fan Wacker. Auch Wil­fried Walt­her ist gerührt. „So eine ange­neh­me Kin­der­schar, so auf­merk­sam und höf­lich. Für mich sind die Tref­fen ein Muss.“

Nach knapp andert­halb Stun­den ist es Zeit zu gehen. Aber nicht ohne eine Abschluss­run­de am gro­ßen Tisch. Ste­fan Wacker fragt: „Hat es euch gefal­len?“ Und alle rufen im Chor: „Ja!“. Auf die Fra­ge, ob die Kin­der noch ein­mal her­kom­men wol­len, schallt ein zwei­tes lau­tes „Ja“ durch den Raum. Der nächs­te Ter­min soll im Herbst statt­fin­den. Für heu­te heißt es erst­mal Abschied neh­men, mit lie­ben Wor­ten und Gesten.