Kerstin Schnabel und Annette Brechtmann erzählen Stadtverbands-Sprecherin Ulrike Gierth (m.) aus ihrer Arbeit in den Kitas „Bummi“ und „Haus Kinderland“ (Foto: Friederike Stecklum). Kerstin Schnabel und Annette Brechtmann erzählen Stadtverbands-Sprecherin Ulrike Gierth (m.) aus ihrer Arbeit in den Kitas „Bummi“ und „Haus Kinderland“ (Foto: Friederike Stecklum).

„Wer bist du?“, fra­gen die Kin­der neu­gie­rig die neue Frau in ihrer Kita. Die Neue gibt gedul­dig Aus­kunft und freut sich über das Inter­es­se. So offen und unbe­fan­gen ver­lief die Begrü­ßung von Annet­te Brecht­mann und Kers­tin Schna­bel in der Kita „Bum­mi“ bezie­hungs­wei­se in der Kita „Haus Kin­der­land“, wie bei­de im Gespräch berich­ten. Seit Ende 2022 arbei­ten sie in unse­ren bei­den Kitas als Sozialarbeiterinnen.

Die zwei Frau­en sind Ansprech­part­ne­rin für die Kita-Kin­der, die Fami­li­en und die päd­ago­gi­schen Fach­kräf­te, wenn es dar­um geht, die kind­li­che Ent­wick­lung zu unter­stüt­zen und die Chan­cen der Kin­der auf Bil­dung und Teil­ha­be zu erhö­hen. Ihre Stel­le, die in den jewei­li­gen Kitas zusätz­lich geschaf­fen wur­de und vor­erst auf drei Jah­re befris­tet ist, för­dert der Euro­päi­sche Sozi­al­fonds Plus mit Unter­stüt­zung des Frei­staa­tes Sach­sen inner­halb des Pro­gramms „KINDER STÄRKEN 2.0 – Vor­ha­ben für Kin­der mit beson­de­ren Lern- und Lebens­er­schwer­nis­sen“. Für das Pro­gramm haben wir uns erfolg­reich beworben.

„In den ers­ten Wochen habe ich in den Grup­pen hos­pi­tiert und mich mit den Kolleg*innen aus­ge­tauscht, um zu sehen, wel­che Unter­stüt­zung die Kin­der, die Fami­li­en und das Kita-Team brau­chen“, erzählt Annet­te Brecht­mann und erhält zustim­men­des Kopf­ni­cken von Kers­tin Schna­bel, die fort­setzt: „Die Bedar­fe sind ver­schie­den, wie die Kon­zep­te unse­rer Kitas. Des­halb unter­schei­det sich unse­re Arbeit im Detail. Was aber gleich ist, sind unse­re Ange­bo­te. Für Grup­pen von Kin­dern set­zen wir Pro­jek­te zu The­men wie ‚Gefüh­le, Kon­flik­te lösen, sozia­les Mit­ein­an­der‘ um. Nach Abspra­che mit den Fami­li­en gehen wir in die Ein­zel­ar­beit mit Kin­dern, die zum Bei­spiel emo­tio­nal auf­fäl­lig sind. Außer­dem füh­ren wir Eltern­ge­sprä­che durch und tau­schen uns inten­siv mit dem Kita-Team aus.“

 

„Ein star­kes Netz­werk ist wichtig“
Ein Schwer­punkt ist die Netz­werk­ar­beit. Dabei koope­rie­ren die Frau­en eng mit Ein­rich­tun­gen und Part­nern des jewei­li­gen Stadt­teils aber auch der Stadt Leip­zig. „Ein star­kes Netz­werk ist wich­tig, um den Fami­li­en wei­ter­füh­ren­de Ange­bo­te und Bera­tung ver­mit­teln zu kön­nen, zum Bei­spiel bei Bera­tungs­stel­len, Ärzt*innen, Therapeut*innen oder Kul­tur­häu­sern“, sagt Annet­te Brecht­mann, die Sozia­le Arbeit stu­diert und viel Erfah­rung in der Schul­so­zi­al­ar­beit und Fami­li­en­be­ra­tung gesam­melt hat.

Wenn sie nicht in Ter­mi­nen sind, pfle­gen die Sozi­al­ar­bei­te­rin­nen eine Kul­tur der offe­nen Tür zu ihrem Büro. „Ein nie­der­schwel­li­ger Zugang ist uns wich­tig und sowohl die Kin­der als auch die Fami­li­en nut­zen ihn gern.

Es ist schön zu erle­ben, wie sich die Fami­li­en ver­trau­ens­voll an uns wen­den“, erzählt Annet­te Brecht­mann. Gut fühlt sich für bei­de auch die Zusam­men­ar­beit mit dem Kita-Team an. „Ich füh­re zum Bei­spiel kol­le­gia­le Fall­be­ra­tun­gen durch, wor­auf ich viel posi­ti­ves Feed­back bekom­me“, berich­tet Diplom-Sozi­al­päd­ago­gin Kers­tin Schna­bel, die jah­re­lang selbst eine Kita gelei­tet hat und in die Sozi­al­ar­beit wech­seln woll­te. Sie ergänzt: „Frau Brecht­mann und ich tau­schen uns wie­der­um mit ande­ren Sozi­al­ar­bei­te­rin­nen aus und erhal­ten Wei­ter­bil­dun­gen durch die Koor­di­nie­rungs- und Bera­tungs­stel­le (KBS), die das Pro­gramm ‚Kin­der stär­ken 2.0‘ fach­lich begleitet.“

 

Sozia­le Verantwortung
Bei­de Frau­en haben den Wunsch, dass die Arbeit der Kitas in der Öffent­lich­keit und Poli­tik prä­sen­ter ist. „Erzieher*innen haben eine gro­ße Bedeu­tung für die kind­li­che Ent­wick­lung und viel sozia­le Ver­ant­wor­tung, ins­be­son­de­re wenn das fami­liä­re Umfeld die­se Auf­ga­be nicht über­neh­men kann. Des­halb ver­die­nen sie viel mehr Aner­ken­nung“, erklärt Annet­te Brecht­mann. Sie selbst liebt die Momen­te, „in denen ich sehe, dass mei­ne Arbeit Wir­kung zeigt, wenn die Kin­der auf mei­ne Impul­se reagie­ren oder sich an Metho­den erin­nern.“ Immer offen und neu­gie­rig, Neu­es kennenzulernen.


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