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Die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von Bund und Län­dern haben sich am 6. Sep­tem­ber im Ver­mitt­lungs­aus­schuss dar­auf geei­nigt, dass die Finanz­hil­fen des Bun­des zum Ganz­tags­aus­bau nicht nur auf­ge­stockt, son­dern auch für den Neu­bau, den Umbau, die Erwei­te­rung, die Aus­stat­tung sowie die Sanie­rung bereits bestehen­der Ganz­tags­plät­ze ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Der Bun­des­tag hat dem Kom­pro­miss ohne Gegen­stim­men zugestimmt.

"Als Volks­so­li­da­ri­tät ist es für uns von gro­ßem Inter­es­se, dass auch jene Bun­des­län­der pro­fi­tie­ren, die bereits heu­te ein zu gro­ßen Tei­len bedarfs­de­cken­des Platz­an­ge­bot garan­tie­ren kön­nen", begrüßt Susan­na Kara­wan­s­kij, Prä­si­den­tin der Volks­so­li­da­ri­tät, die Einigung.

Beson­ders in den neu­en Bun­des­län­dern hat die Betreu­ung "gro­ßer Kin­der" eine jahr­zehn­te­lan­ge Tra­di­ti­on und wird von einem Groß­teil der Fami­li­en bis Ende der 4. Klas­se in Anspruch genom­men. Rund 60 Pro­zent ost­deut­scher Hort­kin­der ver­brin­gen jede Woche mehr als 35 Stun­den ihrer Zeit in Schu­le und Hort. (West: rund 34 Prozent).

Susan­na Kara­wan­s­kij betont: "Inves­ti­tio­nen in Räum­lich­kei­ten und Aus­stat­tung sind natür­lich auch für den bestehen­den Ganz­tag wich­tig, um aber Qua­li­tät im Hort wirk­lich zu sichern, braucht es mehr: Aus­rei­chend vie­le qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te, die um die Bedar­fe Gro­ßer Kin­der wis­sen, müs­sen schnellst­mög­lich schul­geld­frei und ver­gü­tet berufs­be­glei­tend aus­ge­bil­det wer­den. Voll­zeit berufs­tä­ti­ge Eltern sind zudem auf min­des­tens zehn Stun­den Betreu­ungs­um­fang und auch eine gesi­cher­te Feri­en­be­treu­ung ange­wie­sen. Die Zusam­men­ar­beit von Lehr­kräf­ten und päd­ago­gi­schem Hort­per­so­nal muss stär­ker ver­netzt wer­den, denn es geht jen­seits von Betreu­ung vor allem um Bil­dung und Erziehung."

Die Prä­si­den­tin der Volks­so­li­da­ri­tät for­dert des­halb: "Das frü­he Enga­ge­ment der ost­deut­schen Län­der beim Ganz­tags­aus­bau sowie ihre gerin­ge Finanz­kraft darf dem Ziel des "Guten Ganz­tags" im Osten kei­nes­falls zum Nach­teil gerei­chen. Hier muss der Bund die fai­re und bedarfs­de­cken­de Ver­tei­lung der Mit­tel unbe­dingt gewähr­leis­ten und sichern."

Die for­ma­le Zustim­mung des Bun­des­rats zum Kom­pro­miss ist für den 17. Sep­tem­ber geplant.

 

Pres­se­mit­tei­lung des Volks­so­li­da­ri­tät Bun­des­ver­band e.V., 08.09.2021